Alexander Bürsgens fährt zur Freude von Vater Arnold (M.) und Großvater Anton mit dem Nationalteam zu den EuroSkills nach Ungarn.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Elmar Brandt

EuroSkills in Budapest

Alexander Bürsgens aus Wassenberg gehört zum Nationalteam der Stuckateure

Auszubildende

Von Elmar Brandt

Wassenberg. Ein bisschen war es wohl so, wie wenn der Bundestrainer seine Auserwählten anruft. Die Verbindung wurde aus Leonberg hergestellt und von der anderen Seite der Leitung kam eine tolle Nachricht: Alexander Bürsgens ist Nationalspieler. Nein, er ist National-Stuckateur. Denn er wurde in die Bundesauswahl dieses Gewerks berufen, hat schon nach kurzer Zeit viele tolle Erlebnisse hinter sich, wichtige Erfahrungen gesammelt und noch eine spannende Zeit vor sich.

Die einen raten davon ab, die anderen können es nur empfehlen. Fest steht: Die Ausbildung im elterlichen Betrieb bei Arnold Bürsgens hat hervorragend funktioniert. Im Wassenberger Familienbetrieb hat das schon Tradition, denn auch Arnold hat bei seinem Vater Anton gelernt.

Für das Nationalteam hat sich Alexander, erster Kammersieger von 2017 bei der anspruchsvollen Ausscheidung in Krefeld qualifiziert. Er hat bewiesen, dass er ein Top-Stuckateur ist und hat nun nach Lukas Prell aus Aldenhoven als zweiter Stuckateur aus dem Kammerbezirk Aachen den Sprung in die Auswahl geschafft.

Die Mitglieder dieses Teams bereiten sich jetzt intensiv auf die EuroSkills im September in Budapest vor. Dort tritt Alexander Schmidt aus Würzburg für die deutschen Stuckateure an, das Team wird ihn während des Wettbewerbs und bei der Vorbereitung nach besten Kräften unterstützen. Mentale Hilfe und fachlicher Beistand werden bei der anspruchsvollen Prüfung gegen die starke kontinentale Konkurrenz gefragt sein.

Ein klarer Zeitplan strukturiert die Abläufe bis dahin. Verschiedene Seminare finden statt, Teambuilding-Maßnahmen, mentale Trainings und Übungen zur Vertrauensbildung. Dabei haben die Stuckateure jede Menge Spaß. Ein guter Zusammenhalt, positive Stimmung sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg, es wird viel Wert darauf gelegt, dass alle sich verstehen und an einem Strang ziehen, sich ergänzen. Fachlich bilden die jungen Handwerker sich auf hohem Niveau weiter, erhalten dafür Zertifikate, die ihre Qualifikation dokumentieren und ihnen berufliche Perspektiven eröffnen.

Zu den Terminen fahren die Nationalteam-Mitglieder mit einem Auto, das ihnen für die gesamte Teammitgliedschaft zur Verfügung gestellt wird. So sind sie mobil, flexibel und können während ihrer Touren auf der Straße Werbung für das Stuckateurhandwerk machen. Die Freunde von Alexander Bürsgens finden das alles sehr cool und spannend, auch wenn es schade ist, dass ihr Kumpel etwas weniger Zeit hat als früher – den Erfolg gönnen sie ihm aber von Herzen.

Vater Arnold Bürsgens freut sich ebenfalls über den Erfolg seines Sohnes, auch wenn dieser dem Betrieb jetzt häufig als Arbeitskraft fehlt. Der Vater weiß, dass diese Zeit ihm viele Chancen bietet, und diese Gelegenheit nur einmal im Leben kommt.

Dass Stuckateur der Beruf für sein Leben ist – davon ist Alexander Bürsgens überzeugt: „Es ist in meinem Beruf nie langweilig, es gibt viele verschiedene Anforderungen und Tätigkeiten“, sagt er. Das Spezialgebiet des Familienbetriebs sind Sanierungs- und Denkmalpflegearbeiten. Die Referenzliste hält einige prominente Auftraggeber bereit.

Das seit 1936 bestehende Unternehmen beschäftigt derzeit elf Mitarbeiter. Sie arbeiten in öffentlichen Gebäuden wie Kindergärten und Schulen oder Krankenhäusern. Auch am Heimbacher Bahnhof war der Betrieb schon tätig. Kirchen und Schlösser wurden von ihm saniert und an der NATO-Airbase in Geilenkirchen-Teveren umfangreiche Arbeiten ausgeführt. Zu den Haupttätigkeiten gehören Innenputz- und Außenputzarbeiten, Wärmedämmputzarbeiten, Trockenbauarbeiten, Stuckarbeiten und Estricharbeiten. Es ist die Vielfalt, die Alexander Bürsgens fasziniert. In seinem Familienbetrieb kann er sie ausleben.

Das langfristige Ziel 2019 heißt Kasan, Russland. Dort finden im August die WorldSkills statt, die Ausscheidung dafür erfolgt im März in Köln. Alexander Bürsgens rechnet sich gute Chancen aus, schließlich ist er ja ein Top-Stuckateur! Den Meister, den will er übrigens auch in Kürze noch machen. Logisch, denn Meister wissen, wie’s geht!